Elke Lixfeld, das einzige weibliche Mitglied der Künstlergruppe 1/61, macht eine sehr persönliche Kunst. Ihre abstrakten, gestischen Zeichnungen – sie arbeitet fast ausschliesslich auf Papier – sind Ausdruck ihrer Gefühle, ihres Erlebens: nahezu automatistisch bringt sie mit leichten, schnellen Pinselstrichen Aquarell- und Gouachefarben aufs Papier. Viele Arbeiten entstanden für Menschen, die ihr nahestanden: eine sehr offen, in hellen Blautönen gehaltene Reihe für eine Frau, die sich mit Atmung beschäftigt; ein eruptiv hingeworfenes Blatt ist die Reaktion auf den Tod eines Freundes; eine dunkle Reihe von Blättern ist Teil der Auseinadersetzung mit ihrem Mann. Oft schreibt sie in Zeichnungen den Anlass für das Blatt oder den Titel hinein.
Elke Lixfeld ist stark beeinflusst durch östliche, vor allem japanische Ideen, eine Alternative zum westlichen Rationalismus. Sie schenkt Tee aus, den man auf japanischen Hockern sitzend trinkt, östliche Literatur liegt herum, ein mit weissem Papier ausgeschlagener Raum erinnert an japanische Häuser und Gärten. Aber es ist kein abgerutschter Irrationalismus, die Mystik wird aufgehoben durch beständigen Austausch mit der Umwelt. Ihre Sinne sind sowohl nach innen wie nach aussen gerichtet: sie beobachtet ihre Umgebung und notiert ihre Reaktion darauf. Sie reagiert auf Tages- und Jahreszeiten, auf Veränderungen, und sichert Spuren; nichts ist statisch. Das Zusammensein, vor allem, das miteinander Reden ist wichtig, sie zieht Energie aus dem Treffen mit Menschen, auch aus der Polarität Mann-Frau. So ist ihr Werk im weitesten Sinn eine Arbeit über Kommunikation mit dem Innen und Aussen.
Ernst Busche „FLASH ART“
